Macht Verlieren Spaß?

Bin geradewegs mit offenen Augen in eine Krise geschlittert. [b]Quake Wars[/b] ist ein schönes, ein exzellentes und wunderbares Spiel. Quake Wars ist ein schlechtes Mist-Spiel. Eine Gurke. Das denke ich bei diesem Spiel oft in letzter Zeit. Ich liebe dieses aufgaben-bezogene Spielprinzip. Schön ein Ziel nach dem anderen erledigen. Da eine Mine, hier ein Versorgungsdepot, da die Artillerie regnen lassen. Generator reparieren, Tresortür sprengen, Daten zum Terminal liefern. Dann sich mit einem wohligen Siegerlächeln zurücklehnen. "Ich habe mehr Frags als du! Ätsch!", wird auch keiner mehr sagen können. Es ist so ein wohliges Gefühl, dass es nicht mehr auf Frags ankommt, sondern darauf wie schlau man im Team seine eigenen Klassenfähigkeiten einsetzt und je nach Situation auch intelligent seine Klasse wechselt. Das Spiel sprudelt vor taktischen Herausforderungen. Kopf, statt Abzugsfinger.

Alles schön und gut. Ich liebe dieses Spiel wirklich. Aber: Seit Anfang an beschleicht mich dieses böse Gefühl, nein es nagt mit Wildheit an mir, dass die Stroggs öfter gewinnen als die GDF. Und seit einigen Tagen gewinnen die GDF kaum eine Map mehr. Als wenn die GDF nur noch aus Kacknoobs und die Stroggs ausschließlich aus lauter Quake-War-Pros bestehen würde. Die GDF schafft auf vielen Maps oft gerade mal, das erste Objective von Dreien zu erledigen! Eins.
Es gibt einige Ungereimtheiten im Spiel, die ich mir als Public-Spieler einfach noch nicht erklären kann. Warum endet ein Tunnel an der GDF-Kontrollzone, so dass sie keine Verteidigungsgeschütze auftsellen kann? Warum können Stroggs mit dem Icarus auf Berge fliegen, von wo sie mit diesem super-akuraten weitreichenden Ein-Schuß-Ein-Frag Snipergewehr hüpfende GDFler erldedigen? Warum haben Verteidiger einen Angriffsflieger und die Angreifer nicht? Angreifen ist doch wesentlich schwieriger als Verteidigen. Oder? Warum haben die Stroggs einige Technologien wie den Icarus und die GDF keinen echten Ausgleich? Im Klartext: Ich zweifle an der Balance der Fraktionen, Technologien und der Maps. Aber Vorsicht: Ich sage nicht, dass sie nicht da ist. Ich zweifle nur. Ich habe einfach in den letzten Monaten Quake Wars dieses Gefühl bekommen, das erst in Ärger und dann in Frustration umschlug. Bei Battlefield hatte ich dieses Gefühl nie. Im Clan-Spiel mag das ganz anders sein. Im Clan ist immer alles anders.
Diskussionsanregungen im QW-Forum führten zu keinem Tranquelizer-Effekt. Der letzte Patch hat dem Spiel nur klitzekleine Balancingänderungen gebracht, und mir somit mehr Frust. Ich nehme es mir echt sehr zu Herzen. Jetzt sitze ich völlig niedergeschlagen hier und hasse alle Computerspiele der Welt. Na gut, nach diesem Beitrag hat sich der Wutspiegel bestimmt wieder gesenkt. Hmm, ich denke auch wenn [b]Crysis[/b] auf meinem Mittelklasse-Rechner nicht so gut performt...

Ach ja, noch eins: Verlieren macht nie Spaß. Aber wenn man ein [b]faires Spiel[/b] verliert, bleibt der Spaß an der Herausforderung. Egal wie groß diese ist.

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Commander Z

Bewegte Bilder mit Künstlicher Intelligenz dahinter haben mich immer schon fasziniert. Ich spiele seit Jahrzehnten schon Computerspiele und beobachte den Spielemarkt mit Spannung. Ab und an gebe ich meinen Senf dazu, in dem ich auf diesem Blog meine gedanklichen "Notizen" verewige. Meine Lieblings-Genre sind zur Zeit MMO, MMORPG, Hack&Slay, Rennspiele, RTS, TBS, Grand-Strategy und Shooter. Ich besitze zwar auch Spiele-Konsolen wie die Nintendo Wii, Sony Playstation 3, Playstation 4 und einen Nintendo DS, aber spiele auf diesen kaum bis selten.

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2 Gedanken zu “Macht Verlieren Spaß?

  1. Taktisches Vorgehen oder Teamwork auf einem Public ist nicht unmöglich. Bedarf aber einer gewissen Zufälligkeit und ist meistens zeitlich begrenzt. Interessant ist dabei, dass sich oft stillschweigendes Teamwork entfalltet. Das sind oft sehr schöne Momente, wo das Tun der Anderen wie Zahnräder ineinandergreifen. Ich habe schon oft erlebt wie solche Wunder sogar clandominierte Teams bezwungen haben.
    Kommt aber selten vor. Erfordert mitdenkende Mitspieler, die ja bekanntlich sehr rar sind. Gerade in einem "Shooter".

    Auf die Frags schauen ist bei QW das blödeste, was man tun kann, weil dem Ranking im aktuellen Spiel die Gesamtpunkte zugrundegelegt werden und nicht nur die Frags. Frags bringen sogar fast keine Punkte im Verhältnis zu Aufgaben, die man erledigt und dem Team auch wirklich Vorteile bringen, wenn man diese auch nur ein bißchen intelligent ausführt (z.B. das Aufstellen eines Turrets).

    Nun spiele ich ja seit über 2 Wochen kein QW mehr. Ich vermisse es. Doch die letzten Versuche mich selber zu widerlegen sind leider gescheitert.

    Das führt mich zu Team Fortress 2 (TF2). Auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung bin ich auf dieses wunderbare Spiel gestoßen. Es ist wirklich ein sehr spaßiges Spiel, hat aber nicht die Tiefe eines Quake Wars. Die Möglichkeiten sind sehr begrenzt und es ist sogar noch hektischer als Quake Wars. Was mich aber nicht davon abhält ein zwei Maps pro Anbend zu zocken. Aber vielleicht gibt es zu TF2 mal einen eigenen Beitrag.

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  2. Ich habe mal die Demo am Releasetag (+ X. Tage) gespielt. Hat Spaß gemacht, aber irgendwie ist mir da schon aufgefallen, dass auf einem Public Server ein taktisches Vorgehen fast unmöglich ist. Zu viele Spieler sind dabei, die nur auf ihre Frags gucken.
    Ich denke Clanintern bzw. Clan gegen Clan geht das Spielprinzip gut auf.
    Ich bin eher der TF2 Spieler. Da ist für jeden was dabei + Taktik die aber nicht so stark gewichtet wird, wie bei ET.

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