Drop in World in Conflict


Jap. Das Drop-in in ein laufendes Online-Multiplayer-Spiel ist das beste Feature. World in Conflict bereichert Echtzeitstrategiespiele um etwas, was bisher nur in First-Person-Shooter wie Battlefield möglich war. Es mutet seltsam an, aber es funktioniert. Server über Massgate suchen, Server betreten, Klasse wählen, Drop-Zone setzen, Einheiten zusammenstellen und Anfordern und nach deren Eintreffen gehts dann los. Da das Spiel fast zu jeder Zeit eine Wendung erfahren kann, hat man sehr selten das Gefühl, in ein schon verlorenes Spiel einzusteigen. Eben sehr ähnlich zu Shootern.
Natürlich sollte man sich vor dem eigentlichen Beginn einen Überblick darüber verschaffen, welche Klasse gerade am nützlichsten für das Team ist. Es macht keinen Sinn wenn alle Luftwaffe spielen, oder alle Panzer fahren wollen. Am besten wäre es natürlich, wenn man sich mit den anderen Mitspielern absprechen könnte. Das ist auf Public-Servern genau der Knackpunkt. Hierzu müsste man mit den anderen Spielern in direkter Kommunikation über das integrierte VOIP oder ähnlichem stehen. Mit dem russischen Mitspieler letztens konnten wir uns aber überhaupt nicht verständigen. Auch mit den englischsprechenden Kollegen war das eher mäßig. Und wie findet man nun Spieler, die auch wie ich eher lieber Deutsch sprechen? Schwer. Eher zufällig. Außer man organisiert seine Freunde bzw. Clan-Kollegen.
Doch Kommunikation kann in WiC auch sprachunabhängig laufen. WiC besitzt ein "Funksystem" mit vorgefertigten Nachrichten. Funktaste drücken, die gewünschte Nachricht auswählen und dann auf die gewünschte Stelle oder Einheit klicken. Den anderen Mitspielern wird dann der Text mit einem Symbol angezeigt. Ein Klick auf das Symbol, und die Kamera schwenkt sofort an den entsprechende Ort. Aber meist ist es nur eine reine Hoffnung, dass jemand tatsächlich reagiert und nicht die Nachricht einfach ignoriert. Das muss noch nicht ein mal an fehlendem Teamgeist liegen. Das Spiel ist oft hektisch und es gibt meistens viele Brennpunkte, als dass man schnell entscheiden könnte, ob man lieber reagieren und helfen oder doch lieber die eigenen Pläne weiter verfolgen sollte. Es kommt z.B. oft vor, dass plötzlich mehrere Spieler Luftunterstützung anfordern. Eine Teilung der eigenen Kräfte kommt aber nicht in Frage, da man fast ausschließlich mit massierten Angriffen etwas erreichen kann.
Neben diesen Supportanfragen an andere Mitspieler, kann man auch Aktionen auslösen, die gegen sog. Kommandopunkte eingetauscht werden können. Hierzu gehören neben Artillerieschlägen, zusätzlichen Einheiten, Bombenteppichen usw. auch der Abwurf einer Atombombe. Sofern man ausreichend Kommandopunkte besitzt werden diesen Anforderung mit Sicherheit entsprochen. Zwar mit einer Verzögerung, aber die Aktion wird ausgeführt.
Genau all diese Aspekte in WiC wie die überlegte Auswahl der Klasse, das geschickte Setzen der Drop-Zone, die durchdachte Auswahl der Einheiten, die exakte Lagebeurteilung, die hilfreiche Kommunikation mit den anderen Spielern, sei es auch über die Text-Icon-Nachrichten, die intelligente Auswahl der Kommando-Aktionen, machen das Spiel für mich sehr interessant und herausfordernd. Strategie im Sinne von Grand-Strategie spielt in WiC aber eher eine untergeordnete Rolle.
Wie in jedem Multiplayer-Spiel auf statischen Maps, ist Map-Kenntnis Trumpf. In Verbindung mit dem genauen Wissen des Gegnerverhaltens, ist es oft ein Leichtes, einen enormen Beitrag zum Sieg zu leisten. Hierfür ist es angesagt, sehr oft zu spielen. Zwar macht das Gelegenheitsspielen auch Spaß, aber richtig entfalten kann man sich nur mit regelmäßigem Spiel. Das Beförderungssystem kommt dem wohl entgegen.
Ach ja, die Grafik. Sehr schön. Wirklich wunderbar. Ich würde sogar sagen: Das grafisch schönste RTS bisher. Aber auch hier: Ich musste bei meinem Mittelklasse-System so einiges runterschrauben, um ruckelfrei zu spielen.
Am Ende bin ich von WiC überzeugt. Das Spiel macht Spaß. Und der Drop-in-Mechanismus kommt mir sehr entgegen. Das bisherige übliche und schwergängige System war der Grund, warum ich kaum ein RTS-Match im Internet gewagt habe. Jetzt mache ich es fast täglich. Ob WiC irgendwann auch zum dumben Ausführen mechanischer Befehlsabfolgen degeneriert, wird sich aber mit der Zeit zeigen.
Mir bleibt nur noch die schwere Entscheidung: Quake Wars oder World in Conflict? Oder beides? Hmm. WiC kommt diesen Freitag schon, QW erst eine Woche später... •

Klassenwahl
Einheiten zusammenstellen
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Commander Z

Bewegte Bilder mit Künstlicher Intelligenz dahinter haben mich immer schon fasziniert. Ich spiele seit Jahrzehnten schon Computerspiele und beobachte den Spielemarkt mit Spannung. Ab und an gebe ich meinen Senf dazu, in dem ich auf diesem Blog meine gedanklichen "Notizen" verewige. Meine Lieblings-Genre sind zur Zeit MMO, MMORPG, Hack&Slay, Rennspiele, RTS, TBS, Grand-Strategy und Shooter. Ich besitze zwar auch Spiele-Konsolen wie die Nintendo Wii, Sony Playstation 3, Playstation 4 und einen Nintendo DS, aber spiele auf diesen kaum bis selten.

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Ein Gedanke zu “Drop in World in Conflict

  1. Eine Anmerkung noch:
    Etwas Frust kommt auf, wenn im Gegnerteam ein Clan mitspielt. Denn das bedeutt meist unabwendbar die schnelle Niederlage des eigenen Teams.
    Aber das ist in allen Multiplayerspielen so. Ich glaube damit muss man einfach leben lernen.

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