Archive für den Monat: Juli 2006

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Früher traute ich mich nicht mit meinem Spielemagazin auf einer Parkbank zu sitzen und zu lesen. Zu sehr belächelten die anderen einen fast 40 jährigen dafür, dass er gern am Computer ein Videospiel zockt. Dabei meine ich mit "die anderen" zum Beispiel die "ober-coolen" Erwachsenen, die nichts anderes kennen als mit ihren dicken Autos und manchmal mit ihren dünnen Freundinnen zu spielen.

Das mit dem Spielemagazin aber ist so ein Ding. Geht man in einen gut sortierten Zeitschriftenladen, fällt einem auf, dass fast alle Spielezeitschriften sich sehr ähnleln und kaum Inhalt bieten. Insbesondere die PC-Action fällt da enorm auf, weil sie übersät und durchzogen ist von pubertären Witzen und Bildern, die oft unter die Gürtellinie gehen. Aus Faulheit habe ich mich von meinem Abo erst dieses Jahr getrennt. Die meisten Mainstream-Zeitschriften sind super bunt, reich bebildert mit Fluten von Screenshots und behandeln Spiele sehr oft wie Waschmaschinen oder Kaffeeautomaten. Spiele werden in Bestandteile zerlegt und fast ausschließlich auf Massenkompatibilität getestet. Eigentlich haben sie alle langsam ihre Daseinberechtigung verloren, weil der informierte Gamer alles, was er an reinen Fakten wissen muss, aus dem Internet noch schneller und noch aktueller beziehen kann.

In den letzten Jahren scheint sich da bei den Magazinen etwas getan zu haben. Ich habe das aber erst heute mitbekommen, weil ich in letzter Zeit um diese für mich unnützen Zeitschriften immer einen Bogen gemacht habe. Zum einen gibt es die GEE (games entertainment education). Sie sieht schon anders aus als die Üblichen. Größer und in einem anderen, lockeren Design. Behandelt werden alle Themen zu Videospielen. Es gibt keine Spezialisierung auf irgenwelche Konsolen oder dem PC. Genau wie in den anderen Magazinen werden Spiele getestet und bewertet. Allerdings sucht man vergeblich nach irgendwelchen Prozentwerten oder Punkten, wie sie sonst nach einem Test abgedruckt werden. Etwas, was mir persönlich schon mal sehr gefällt, weil es den Redakteur zwingt, die Qualitäten eines Spiels detailliert sprachlich zu beschreiben und nicht dem Leser eine abstrakte Zahl vor die Nase zu setzen. Das erfordert natürlich Lesebereitschaft vom "Leser". Aber Leser mancher Zeitschriften lesen nicht gerne.
Wie der Name des Heftes schon ankündigt, geht es in diesem Magazin nicht nur um Spiele. Ein Teil beschäftigt sich auch mit Filmen und Musik. Jedoch sollte man hier nicht zu viel erwarten. Im aktuellen Heft z.B. erstreckt sich das auf ganze vier Seiten. Trotzdem eine nette Dreingabe und als Entspannung von den ganzen "Spielsachen" doch willkommen.

Eine andere Alternative, die Ple: (play aussprechen) wird gerade eingestellt. Es ist aber ein Nachfolger angekündigt, der auf der diesjährigen Games-Convention in Leipzig vorgestellt werden soll. Die Ple: reizte mich schon wegen des Untertitels: "Spielkultur für Erwachsene". Das merkt man schon an der Aufmachung. Allein wenn man nur so durchblättert, fällt einem die Ruhe im Heft auf. Der Text ist klar abgegrenzt zu den Bildern und somit im Mittelpunkt des Interesses. Die Farbwahl an matten Farben und nicht diesen optisch quietschenden, schrillen, entlastet das Auge zusätzlich.
Verglichen mit GEE, ist Ple: noch mehr inhaltlich orientiert. Aber was solls. Das Heft wird eh durch etwas neues ersetzt. Ich hoffe nur es wird Ple: inhaltlich und optisch nahekommen. Denn dieses Konzept konnte mich überzeugen. Jetzt warte ich gespannt auf diesen Nachfolger und frage mich, wann das Massenbegräbnis gewisser bunter Hefte stattfinden wird. Wenn ich mich so umsehe denke ich: Jedenfalls nicht bald.

Die mit den dicken Autos und den dünnen Mädels können jetzt von mir belächelt werden. Mit der GEE oder der Ple: unterm Arm brauch ich mich nicht mehr vertsecken. Die neidvollen Blicke kann ich ertragen. •

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World of Warcraft ist ein Zeitkiller.
World of Warcraft ist ein Beziehungskiller.
World of Warcraft ist ein Freundekiller.
World of Warcraft ist ein Bildungskiller.
World of Warcraft ist ein Wertekiller.
...

Aber ich, ich bin erlöst. Mir killt er nichts mehr! Fast meine gesamte Freizeit gehörte für mehr als ein Jahr nur einem Spiel: World of Warcraft. Nein, ich war nicht so gefangen wie andere. Zum Glück geht das in meinem Leben nicht. Das Leben hat mich wieder!
Aber sehen wir uns mal den Tagesablauf eines WoW Süchtigen an: ... weiterlesen

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Ja es hat mir mein Herz gebrochen. Tiefe Trauer lag in meinem zerissenen Herz. Vor Wut stopfte ich diese weichgespülten Schachteln eine nach der anderen in den Altpapier-Container.
Die zerstörerische Sintflut vor einigen Wochen hatte unseren Keller voll gespült. Alles unter Kniehöhe lag für lange Zeit unter Wasser. Und da war dieser Sack mit meinen Lieblingsschachteln. Schachteln von Klassikern. Das böse dreckige Wasser war hinterhältig in diesen nichts ahnenden Sack eingedrungen und hatte meine Schätze brutalst ertränkt. Sie hatten keine Chance es zu überleben. Der Anblick ihrer sterblichen Überreste trieb mir fast Tränen in die Augen.

Alle anderen waren mir nicht so wichtig. Aber die eine: Unreal Tournament.
Nicht diese neuen von EA vermasselten Versionen. Die 1999er! Was für eine herrliche Jahreszahl. Und es war nicht diese europäische Teletuby-Ausgabe! Nein, eine echte amerikanische! Es war eine große Schachtel. Edel und herrlich. Mit einem aufklappbaren Deckel auf dem in Prägedruck majestätisch der Pokal ragte, der dem Sieger der Tournaments gebührte. Unreal Tournament war wegweisend in der Ära der Online-Multi-Player-Spiele. Es machte dieses Genre sehr populär. Der Singleplayer war langeweilig. Aber wenn man sich mit dem internen Server-Browser einem Online-Spiel angeschlossen hatte, hat es nur noch gerockt. Ich sage nur "Deck16"! Kennern werden jetzt die Augen Feucht. Nur Quake III Arena war dem einigermaßen ebenbürtig aber nicht gleichwertig.
Ich versuchte die Prägung ein letztes mal zu erfühlen und drückte dann dieses Kleinod der Spielgeschichte ohne das verdiente Ehren-Begräbnis in diesen von niederem Pappe und Papier gefüllten Container.

Rest in Peace! •

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Zur Zeit habe ich die Echtzeit-Strategiespiele des kleinen Publishers Paradox entdeckt. Ich habe mal kurzerhand Europa Universalis II, Victoria, Crusader Kings und Hearts of Iron II: Doomsday von denen gekauft. Alles Spiele, die auf der selben Spiele-Engine und einem sehr ähnlichen Spiele-Konzept beruhen, aber sich sehr wohl voneinander unterscheiden. Obwohl es Echtszeitstrategiespiele sind, verbringt man viel Zeit im Pause-Modus. Denn es gibt in diesen Spielen wirklich eine ganze Menge zu managen. Und jeder Schritt jeder Klick muss mit bedacht getätigt werden, weil sonst der Untergang nicht weit sein kann.
Die Grafik ist sehr "billig" verglichen mit den grafisch aufgehübschten Mainstream-Titeln. Der Sound ist auch unterdurchschnittlich und eigentlich überhaupt nicht nennenswert. Aber Grafik und Sound spielen hier überhaupt keine wichtige Rolle. Zu dem ist der Inhalt der Spiele so komplex, dass die Lernkurve extrem flach ist. Aber es sind sehr fordernde Spiele. Wenn man durch eins mal durchgestiegen ist, kommen einem die bunten und lauten Normalo-Games wie Sandkastenspiele vor. Viel Geduld und Zeit muss man schon aufbringen und man darf sich am Anfang auch nicht abschrecken lassen. Dafür wird man mit einem sehr interessanten Gameplay belohnt. Deshalb darf man sich auch nicht von "miesen" Bewertungen in einschlägigen "Fachzeitschriften" irreführen lassen. Diese müssen solche Spiele so bewerten. Der so genannte Sachzwang. ... weiterlesen

Endlich. Ja, endlich geht es los.
Nach einigen Wochen rumprobieren und rumspielen mit Technik, kann ich endlich meinen ersten Beitrag schreiben und die Welt mit meinen schlauen Kommentaren und Berichten rund um das Thema Spielen am Computer beglücken.

Ich bin ein Spieler. Nein, nicht so ein Ein-Armige-Banditen beglückender. Ich spiele Computerspiele. Solche Spiele wie C&C Generals, Battlefield und Civilization. Eigentlich fast alles und phasenweise davon nicht zu wenig. Meine Sammlung zu Hause ist schon beträchtlich. Ganz sicher gibt es Leute, die eine noch größere Sammlung als ich besitzen. Ich finde meinen Stapel aber schon enorm.
Es ist verrückt. Aber manchmal kaufe ich ein Spiel, um es nur kurz anzuspielen und dann für immer ins Regal zu stellen. Aber immer wenn ich es dann dort liegen sehe, bin ich beruhigt, weil ich froh bin, dass ich es jederzeit spielen könnte. Staubwischen muss ich dann doch. ... weiterlesen